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Was muss ich überhaupt?

04.08.2019

Schreiben-Hütte

„Einen Scheiß muss ich“ lautet der Titel einer Blogparade von Elke Schwan-Köhr - https://federfuehrend-media.de/blogparade-die-zweite-einen-scheiss-muss-ich.

Nun ja, diese Überschrift ist nicht so ganz meine übliche Sprache, aber der Inhalt hat mich gekitzelt.

Denn wir Selbstständigen sind permanent irgendwelchen Optimierungsanforderungen ausgesetzt. Da gibt es vermeintliche „MUST HAVE“s an Programmen, Apps, Effektivitätsregeln, Mindsets, Kommunikationswegen und wer weiß, was noch alles.  („Ohne Video geht gar nichts mehr“, „Wie, du hast kein Online-Kurs?“,  „Bist du nicht auf Instagram?“).

Ich bin anfällig dafür, denn selten habe ich das Gefühl, etwas ganz richtig gemacht zu haben. Ich habe 2 Bücher, die vermarktet werden wollen. Ich habe ein Seminarangebot, das fortlaufend gebucht werden will. Ich blogge, verschicke Newsletter, bin aktiv in den sozialen Medien und und und.…. Welch ein dauerhafter Aufwand dafür im Hintergrund läuft, ahnen die wenigsten.

Aber das System hat Tücken. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich immer müder wurde. Meine „TO-DO“-Listen wurden immer länger, egal wie lange am Tag ich am Schreibtisch saß. Ich hatte ständig das Gefühl, nicht genug zu leisten, zu wissen, zu können. Dabei „musste“ ich doch all diese Dinge unbedingt richtig tun, sonst würde alles zusammenbrechen – ja, das war irgendwann sogar meine absurde Überzeugung.

Bis ich gemerkt habe, dass ich immer weniger Zeit für meine eigentlichen Kernaufgaben hatte: neue, spannende Seminarinhalte zu gestalten, anregende Texte zu schreiben – all das, womit ich Menschen wirklich erreiche.

In diesem Sommer bin ich aus allem ausgestiegen. Habe mir gesagt, dass ich gar nichts mehr muss. Und habe geschaut, was dann geschieht.

Und siehe da. Meine Freude kam wieder. Ich habe Texte entworfen, interessante Bücher gelesen, über das Leben sinniert, viele Gedankennotizen gesammelt…. Die „Ausbeute“ ist sogar recht groß geworden, aber alles geschah ganz gelassen und ohne ein MUSS-Ziel. Und mir ist klargeworden, dass ich nur darüber die Qualität meiner Arbeit aufrechthalten kann. Ich brauche ganz viel Zeit und Stille. Sogar weniger PC und Internet und viel mehr Papier und Stift. Mehr Natur, weniger Büro.

Ins Gespräch kommen. In Austausch sein mit meinen Lesern und Seminarteilnehmern.

Die „richtigen“ Marketingstrategien können andere einsetzen. Ich setze auf Inhalte und Gedanken, die mir wichtig sind und die ich mit euch teilen möchte. Wenn dieser Weg nicht ganz falsch ist, erreiche ich damit auch Interessenten für meine Seminare und Bücher.

Auf jeden Fall habe ich gerade dich erreicht…. Vielleicht magst du auch in Verbindung bleiben?

 

Ich bin Vera Bartholomay - Therapeutin, Seminarleiterin und Autorin. Seit über 20 Jahren gebe ich Seminare in Deutschland, der Schweiz und Norwegen über Themen der persönlichen Entwicklung, ganzheitliche Körperarbeit und Begleitung von Menschen in ein erfülltes berufliches Leben.

Meine Bücher: „Heilsame Berührung – Therapeutic Touch“ und „Projekt Sehnsucht – Ein Mutmachbuch für alle, die von der Selbstständigkeit träumen“.

Du findest mich und meinen Herzfeuer-Blog unter

www.vera-bartholomay.com

Kategorien: Berufliche Herzensprojekte

Kommentare

Gabriele Thies von http://www.gabrielethies.de sagt:

12.08.2019 um 19:14 Uhr

Liebe Vera,

ganz viel Zeit und Stille und weniger Selbstoptimierung und vermeintliche Must-Haves - da sprichst du mir aus der Seele!
Ich bin auch fest davon überzeugt, dass wir Selbständige uns viel mehr "Raum" schaffen müssen für das, was uns wirklich am Herzen liegt. Und das sind meistens nicht die viel zu vielen ToDos auf der viel zu langen ToDo-Liste....
Ich wünsche dir noch ganz viel Zeit und Stille für das Wesentliche und ganz viele gute Gespräche mit den richtigen Menschen!

Herzliche Grüße
Gabriele

Antworten

Vera Bartholomay sagt:

13.08.2019 um 09:11 Uhr

Liebe Gabriele,

ich sehe, du hast mich verstanden.... In deinem Beitrag in dieser Blogparade habe ich mich auch sehr wiedergefunden. Wie gut, dass wir uns gemeinsam in Frage stellen und unsere Schwerpunkte neu ausrichten dürfen!

Herzlichst, Vera

Elke von https://federfuehrend-media.de sagt:

05.08.2019 um 17:45 Uhr

Liebe Vera,
vielen Dank für deinen tollen Beitrag zur Blogparade!

So wie dir geht es vielen - und genau aus einem solchen Gespräch heraus entstand damals auch die Idee zur ersten Blogparade. Ich glaube, es ist einfach wichtig, dass wir für uns den richtigen Weg finden. Einen Weg, mit dem wir uns wohlfühlen und auf dem wir uns nicht verbiegen müssen. Und es sieht so aus, als hättest du ihn gefunden - wie toll!

Antworten

Vera Bartholomay sagt:

06.08.2019 um 06:13 Uhr

Liebe Elke, ja, es gibt nie DEN richtigen Weg, sondern immer nur einen ganz persönlich passenden. Aber wie schwer ist es manchmal zu erkennen, welcher Weg zu einem passt. Nochmals danke für deine Anregung zu diesem Thema! Herzlichst, Vera

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