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Das Gewicht der Worte - Buchtipp

25.08.2020

(*unbezahlte Werbung)

 

Es gibt Menschen, die Worte brauchen. Die es nicht bei Ereignissen und Gefühlen belassen können, sondern den Klang dessen hören wollen. Die sich von Worten regelrecht nähren lassen. Die in Worte einsinken können, beglückt von der Tatsache, dass es dieses eine Wort gibt, das so stimmig ausdrückt, was hier gerade erlebt wird.

Pascal Mercier – ein Pseudonym des Schweizer Philosophieprofessors und Autors Peter Bieri („Nachtzug nach Lissabon“) hat eine solche Gestalt geschaffen. Simon Leylands Lebensprojekt ist das Erlernen aller Sprachen rund ums Mittelmeer (und das sind viel mehr, als wir zuerst denken würden). Wobei er weniger in der realen Welt dieser Sprachen leben möchte, als mit dem Widerhall dieser in seiner inneren Welt.

Als frühere Übersetzerin kenne ich das Feilen an der noch genaueren Wiedergabe von Bezeichnungen. Das Suchen nach einer noch feineren Übereinstimmung. Und auch das Verzweifeln an dem, was sich nicht in andere Sprachen übertragen lässt.

Da verzeiht man dem Autor anfänglich die nicht so realistische Welt von polyglotten Kulturschaffenden, die immer wundersam zu ganz viel Geld kommen und damit unfassbar großzügig umgehen. Auch wenn ich persönlich in mehreren Sprachen lebe (oder gerade deshalb), weiß ich um die Mühe, fremde Sprachen wirklich perfekt zu beherrschen. Und Menschen, die Sprachen wie Baskisch oder Arabisch nebenbei lernen und anschließend fast jedes Wort verstehen oder ausdrücken können, habe ich ehrlich gesagt nie angetroffen. Solche, die das von sich glauben, aber durchaus.

Man verzeiht ihm auch eine Zeitlang die scheinbar zufälligen Begegnungen mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die allesamt wie von Wunderhand in die existenzsichernde Kulturwelt mit hineingenommen werden können. Wobei ich mich schon frage, ob der Autor weiß, was literarische Übersetzer und Schriftsteller außerhalb des Bestsellerniveaus wirklich verdienen?

So hat das Buch leider Längen und hätte durch ein Weglassen einiger dieser Geschichten seine eigentliche Aussage besser vermitteln können.

Und dennoch – die Beschäftigung mit einzelnen Worten, mit dem, was Worte mit uns machen, welche Gefühle sie auslösen, wie wir in unserem Inneren mit Worten umgehen – haben mir persönliche sehr anregende Lesestunden beschert.

 

Pascal Mercier: Das Gewicht der Worte. Hanser Verlag 2020. 26 EUR

 

*(Diese Buchempfehlung muss leider laut Gesetz als Werbung gekennzeichnet werden, da sie auf ein käufliches Produkt hinweist, ist aber keine finanzierte Anzeige eines Verlags.)

Kategorien: Bücher | Schlagworte: Bücher, Inspirationen

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