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Diese Liebe ist wie ein Komet in mein Leben gekracht!

16.04.2015

Es ist nie zu spät für eine große Liebe

Liebe macht Mut

Wow, das ist ein Satz…Und wenn er von einem 73-jährigen Mann kommt, hört man besonders aufmerksam hin.

Margarethe Wilhelm kenne ich schon seit vielen Jahren. Sie war oft Teilnehmerin in den TT-Seminaren und in persönlichen Gesprächen habe ich einige Schritte auf einem nicht ganz einfachen Lebensweg miterleben können. Nach einer langen Ehe trennte sie sich von ihrem Mann, weil sie zunehmend das Gefühl hatte, mit diesem Menschen nicht als die Person leben zu können, die sie mittlerweile geworden war. Und sie ist schon eine Besondere – außergewöhnlich herzlich, voller Begeisterung und Freude über große und alltägliche Dinge, voller Sehnsucht nach einem tiefen und erfüllten Leben. Wenn sie anfängt zu erzählen, sprühen die Worte voller Kraft und zarter Leichtigkeit. Ein Paradox - und doch ganz stimmig.

Wie aber findet eine solche nicht mehr ganz junge Frau einen passenden neuen Partner – wenn es so ganz und gar nicht ein ganz gewöhnlicher sein kann? Denn einen solchen hat sie sich innig gewünscht. In einer Partnervermittlungsagentur bekam sie die Antwort: „So jemand haben wir garantiert nicht bei uns“. Eine Woche später meldete Franco Tizzi sich just bei dieser Agentur an (übrigens mit der ausdrücklichen Bedingung, dass eine mögliche Partnerin auf jeden Fall bereit sein müsse, mit ihm Motorrad zu fahren) und erfuhr gleich „ich glaube, wir haben da tatsächlich jemand für Sie“. Und schon bei der allerersten Begegnung wussten beide instinktiv – diese Person ist es! Francos erster Gedanke war: „Ich erkenne dich“. Und Margarethe meint, schon bei der ersten zarten Berührung sei sie regelrecht mit Franco verschmolzen.

Ich besuche die beiden in einer liebevoll eingerichteten Wohnung mit vielen persönlichen Details, einem für uns reich gedeckten Tisch und natürlich Francos Gemälden und Skulpturen. Der Italiener ist Künstler durch und durch. Auch Margarethe hat ein großes Gespür für die Ausstrahlung von Gegenständen und ihrer Geschichte.

Dass es zwischen ihnen eine besondere Liebe ist, ist nicht zu übersehen. Was aber nicht reine Harmonie bedeutet. Margarethe braucht auch mal Ruhe, Franco kann kaum genug Aktivitäten in seinen Tag packen. Eine so intensive Beziehung ist auch Arbeit, eine ständige Auseinandersetzung. Aber das wollen sie auch so. Und sie betonen, wie wichtig die Klärungsarbeit war, die beide für sich in den Jahren davor gemacht haben. Die Klärung darüber, wer man selbst wirklich ist, welche persönlichen Bedürfnisse ernst genommen werden müssen. Beide sind durch mehr als ernstzunehmende Krankheitsphasen gegangen, bevor sie lebensverändernde Entscheidungen getroffen haben.

Margarethe hat damals eine Liste mit den Wunscheigenschaften eines möglichen Partners geschrieben und zeigt ihn mir. Es ist nicht zu fassen – der Mann auf dieser Liste ist eindeutig Franco….

Dass sie mit mehr als 60 und 70 endlich in einer stimmigen Liebe angekommen sind, wird ihnen nicht nur freudig gegönnt. Bei manchen alten Freunden und Bekannten gibt es auch Kritik und abweisende Reaktionen, die wohl eher auf Neid beruhen. Margarethe drückt es so aus: „Nicht nur diese neue Beziehung ist für manche bedrohlich, weil sie einige bestehende – und vielleicht nicht ganz so glückliche – Beziehungen um uns herum in Frage stellen, sondern einige Menschen haben Mühe mit unserer Art Fülle zu leben. Egal ob es um Gefühle, materielle Fülle oder das so intensiv wahrgenommene Leben geht. Unser Glück ist so selten, und wir erlauben uns auch, davon zu sprechen. Manchmal brechen alte Freunde und Bekannte dann allmählich den Kontakt ab. Wir sind wohl nicht immer so gut auszuhalten. Aber wir machen einigen auch Mut, über ihre Situation nachzudenken und vielleicht wichtige Schritte zu wagen.“

Was ist denn jetzt anders geworden? Was darf jetzt sein, was früher nicht ging? Franco: „Durch Margarethe habe ich begriffen, was Liebe wirklich ist. Durch sie sehe ich die Welt mit anderen Augen. Mit ihr kann ich meine Maske ablegen und endlich ich selbst sein. Wir dürfen beide auch etwas verrückt sein und müssen unsere Rollen als Grenzgänger nicht verstecken.“ Margarethe: „Ich darf so leben, wie ich bin. Ich darf zarter sein, mehr Frau sein. Wir sind zwei Seelen im Gleichklang. Wir haben uns wirklich erkannt, so wie nur Seelen sich erkennen können. Sogar meine Tochter sagte zu mir „Jetzt bist du angekommen.““

Erich Fromm hat es so ausgedrückt: „Es gibt nichts Anziehenderes als einen Menschen, der liebt – und dem man anmerkt, dass er nicht nur irgendwas oder irgendwen, sondern das Leben liebt“. Margarethe und Franco lieben sich - und das Leben. Und machen uns allen damit Mut, so zu leben, wie wir es wirklich wollen – egal in welchem Alter und unter welchen Umständen.

(Teil 2 der Reihe „Menschen, die beWEGen “)

Kategorien: Berührung, Glück, Heilsame Berührung - Therapeutic Touch | Schlagworte: Alter, Mut

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Kommentare

Eva Burgis sagt:

20.04.2015 um 14:51 Uhr

liebe vera, herzlichen dank für diese wundervolle geschichte!! es ist schön, berührend und aufbauend zu hören, dass es in jedem lebensabschnitt und zu jeder zeit zeit für die wahre liebe gibt! ich freue mich sehr für die beiden! lieben gruss eva

Antworten

Heike Klein von http://www.leseinsel-sb.de sagt:

17.04.2015 um 10:51 Uhr

Liebe Vera, das war mal wieder die richtige Geschichte zur richtigen Zeit mich. Habe nämlich vor zwei Wochen begonnen aus meinem Schneckenhaus zu kriechen und mich im Internet bei einem Partner-Online-Portal angemeldet. Die Geschichte macht mir richtig Mut. Danke:) Heike

Antworten

Vera Bartholomay von http://VeraBartholomay sagt:

17.04.2015 um 11:36 Uhr

Na, dann viel Erfolg! Vera

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