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Klarheit und Effektivität für dein Home-Office - Herzensprojekte (6)

28.03.2019

Claudia Kauscheder

Als „one woman“  Unternehmen war ich irgendwann an den Grenzen meiner Büro- und Organisationskapazität, die immerhin die Voraussetzung meiner Seminartätigkeiten bildet. Ich wollte diese Arbeit aber nicht auslagern und machte mich deshalb auf die Suche nach Methoden, mit denen ich meine Büroabläufe und meine Zeit effektiver organisieren konnte. Und fand Claudia Kauscheder in Österreich mit ihrem „Home Sweet Office“-Programm. Nach sechs Monaten intensiver Begleitung staune ich immer noch täglich, wie viel ich mit den zahlreichen Tipps und Zusatzprogrammen in kürzester Zeit erledigen kann.

 

Claudia, du bist heute im Internet bekannt als die Frau mit dem „Abenteuer Home Office“. Kannst du uns etwas über deinen beruflichen Weg erzählen?

Es war eine lange Reise durch viele Herzensprojekte zu meinem jetzigen Herzensprojekt. Ich glaube, ich hab nie etwas gemacht, wo mein Herz nicht dringehangen hat. Nicht nur in der Selbstständigkeit, sondern auch in den Festanstellungen, die ich bisher hatte und immer noch habe. Wenn mein Herz nicht drin hängt, kann ich nicht arbeiten.

Meine Selbstständigkeitsreise ist eigentlich losgegangen mit der Diagnose Brustkrebs in 2003. Das war ein sehr hartes Jahr und ich bin auf die Suche gegangen nach Möglichkeiten, wie ich mich unterstützen lassen kann, um die Chemotherapie besser zu verkraften. Ich hab dann von einer Prana-Heilerin gehört, bin aber nicht hingegangen. 2004 stand fest, dass der Tumor trotz Chemotherapie weiter wächst und dass amputiert werden muss. Und dann bin ich in ein Loch gefallen und dachte „das überlebst du nicht“. Meine Kinder waren damals vier und sieben.

Eine Kollegin hat mich erneut auf diese Heilerin hingewiesen und diesmal ging ich hin. Es kam mir aber alles sehr seltsam vor. Die Behandlung hat bei ihr im Wohnzimmer stattgefunden und sie saß einfach da mit einer Schüssel Wasser und Kristallen im Schoß. Aber nach einer Stunde bin ich rausgeschwebt und dieses lähmende Gefühl, diese Panik war weg.

Durch die zweite Chemo hat diese Heilerin mich dann aus der Ferne begleitet. Ich hab immer ganz genau gespürt, wo sie gerade am Körper arbeitet und ich habe die Chemo geschluckt wie Wasser. Die Ärzte waren immer sehr erstaunt über mein gutes Blutbild. Ein Arzt hat sogar gesagt, er könne sich das nicht erklären. Und ich hab erwidert, dass ich es ihm schon erklären könnte, aber nicht wüsste, ob er es wissen wolle.

Nach dieser Erfahrung habe ich mich entschieden, die Prana-Methode selbst zu lernen.

Ich war damals sehr engagiert in Sport- und Elternvereinen. Es gab viele Menschen in meinem Leben, die mich auch mit ganz praktischer Hilfe sehr unterstützt haben. Es war eine wirkliche Dorfgemeinschaft. Und die haben natürlich alle mitgekriegt, dass ich diese Ausbildung gemacht habe und dass es mir geholfen hat. Die Leute haben immer öfter angefragt, ob ich ihnen auch damit helfen könnte.

Und so wurde ich ganz schnell selbstständig. Etwas, was ich nie wollte. Meine Eltern waren mit einer Kfz-Werkstatt immer selbstständig gewesen und daher kannte ich auch die negativen Seiten der Selbstständigkeit. Für mich war das also ein absolutes NO-GO.

Du hast diese Methode dann auch irgendwann unterrichtet?

Ich hab Seminare und Einzelbehandlungen gegeben. Parallel habe ich auch andere Ausbildungen gemacht – u.a. Körbler-Symbole, NLP, Hypnose und Kinesiologie.

Ich habe drei Jahre intensiv damit gearbeitet, aber irgendwann ist der Punkt gekommen, wo ich gemerkt habe, die Leute kommen zu mir, lassen sich neu mit Energie aufladen und stärken, es ändert sich aber nichts in ihrem Leben. Und dann habe ich das Herz dafür verloren. Es war einfach unbefriedigend.

Irgendwann habe ich zufällig auch das Klopfen nach Franke (MET) kennengelernt und habe die Trainerausbildung gemacht. Ich habe dann auch einige Trainings angeboten, teilweise selber Spezialtrainings für besondere Gebiete entwickelt und auch meinen ersten Onlinekurs entwickelt. Ich habe auch Kurse in den Schulen gegeben und mit Kindern z.B. gegen Prüfungsangst geklopft. Das lief auch so drei oder vier Jahre lang. Und dann sind die Seminaranfragen wirklich über Nacht eingebrochen, also wirklich von jetzt auf gleich auf null.

Wie erklärst du dir das heute?

Dass es an der Zeit war, weiter zu ziehen.

Ich habe festgestellt, dass die Leute nicht nur mit körperlichen Problemen oder Krankheiten zu mir kommen, sondern mit Organisationsfragen und Fragen zum normalen Leben.

Ich habe dann beschlossen, eine kurze, aber intensive Ausbildung zum Coach zu machen, und weil ich technik-affin bin, habe ich meine Abschlussarbeit über Online Coaching geschrieben. Das war damals nicht so verbreitet. Ich habe anschließend auch Online Coachings angeboten, das hat aber nicht ausreichend gut funktioniert.

Was sich aber herauskristallisiert hat, war, wer zu mir kommt und was sie wollen. Und wozu ich gern etwas schreiben oder Webinare anbieten wollte. Und das ging alles in Richtung Selbstmanagement und Organisation. Dazu braucht man zwar auch Coaching, aber nicht im klassischen Sinne.

So ist 2015 „Home Sweet Office“ und „Abenteuer Home Office“ als Onlineangebot entstanden –  kurz vor meinem 50. Geburtstag. Es hat super funktioniert.

Das bedeutet, dass du innerhalb von zwei-drei  Jahren sehr bekannt geworden bist?

Ja, ich habe aber nicht bei null angefangen. Ich hatte vielleicht eine Adressenliste von 800 Leuten und natürlich sind erst mal einige abgesprungen, die mich vor allem als Energetikerin haben wollten.

Was machst du heute schwerpunktmäßig? Eher längere Gruppencoachings oder Einzelberatungen?

Ich mache schon kunterbunt und habe in diesen vielen Jahren viel ausprobiert. Manches hat funktioniert, manches nicht.

Ich hab einen Onlinekurs über das Organisationsprogramm „Trello“ entwickelt. Ein Kollege hat mich damit sehr weiter empfohlen. Darüber kam eine vollkommen neue Zielgruppe mit hinein, eher im Geschäfts- und Managementbereich. Irgendwann war ich aber nur die „Frau mit dem Trellokurs“. Nach einer Weile habe ich es nicht mehr so stark gepusht, sondern mich mehr auf Home Office konzentriert.

Ich habe auch gemerkt, dass meine Stärke darin liegt, mit Gruppen zu arbeiten. Relativ kleine Gruppen. Ich will keine 100 Leute haben, weil der persönliche Kontakt sich dann nicht einstellen kann.

Zweimal im Jahr öffne ich jetzt einen neuen Kurs, der über mehrere Monate geht, und dazwischen mache ich kleine Dinge wie „Redaktionsplan entwickeln“ in Kleingruppen mit acht-zehn Leuten. Und natürlich Einzelbetreuung.

Aber ich bin auch nicht so festgezurrt in dieser Planung. Es kann auch in Zukunft etwas anderes sein.

Ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass es mir Spaß machen würde mit der Selbstständigkeit. Ich habe aber auch immer noch eine halbe Stelle als Programmiererin und habe damit eine finanzielle Absicherung. Irgendwann werde ich mich aber wohl grundsätzlich entscheiden müssen, ob ich diese beiden Bereiche parallel weitermachen kann.

Was wäre für dich ein Zeichen, dass jetzt eine Entscheidung ansteht?

Wenn die familiären Verhältnisse sich ändern und es nicht mehr geht, dass ich so viel arbeite. Mein Mann geht in wenigen Jahren in Pension. Dann wollen wir vielleicht mehr gemeinsame Zeit.

Und sobald ich eine bestimmte Umsatzsumme mit meiner Selbstständigkeit erreiche, stellt sich die Frage natürlich auch.

Gab es Ängste unterwegs oder bist du eher der Typ, der einfach loslegt?

Eher Zweiteres, aber ich hatte immer eine finanzielle Absicherung durch meinen Mann, der einen sicheren Job hat. Also war es nicht wirklich ein Risiko.

Aber ich habe auch immer profitabel gearbeitet mit all dem, was ich angeboten habe. Das habe ich irgendwie immer hingekriegt.

Was ist dein Geheimnis? Was machst du anders?

Ich bin schon ein „entweder – oder“- Typ und ich bleibe dran. Ich bin zwar schnell für alles Mögliche zu begeistern - ich vergleiche mich manchmal mit einem Welpen, der auf eine bunte Blumenwiese rennt und mal an der einen Blume schnuppert und dann an der anderen und alles toll findet. Aber wenn ich mich dann für die rote Blume entschieden habe, dann bleibe ich da sehr hartnäckig dran.

Die Ängste sind erst gekommen, als das Abenteuer Home Office größer geworden ist. Auf einmal war ich bekannt und in gewisser Weise wird man dann ja auch beobachtet. Und auf einmal dachte ich, ich würde versagen, wenn das jetzt nicht gelingt. Und mit Gelingen meine ich durchaus, dass dabei Geld rauskommt.

In den ersten Jahren nach meiner Krebsdiagnose hatte ich so ein bisschen einen Freibrief - nach dem Motto „Lass sie machen, was sie mag. Hauptsache, sie ist gesund.“ Und auf einmal wurde es jetzt aber ernst. Dann war ich Profi. Es hat sich Druck aufgebaut. Denn wenn ich so viel Zeit reinstecke und meine Familie „vernachlässige“, dann muss ich auch mehr als Ergebnis vorweisen als nur Spaß.

Ich denke das ist ganz wichtiger Punkt für die Leser, die vielleicht eher am Anfang mit Ängsten zu kämpfen haben, ob das alles gut gehen kann. Zu erfahren, dass auch die sogenannten Großen irgendwann in ihrer beruflichen Entwicklung an einen Punkt der Angst kommen.

Es ist immer die Frage, welche Messlatte man anlegt. Und wie man den Aufwand für sich selber rechtfertigt. Es geht nicht immer um eine bestimmte Geldsumme.

Ich kann es mir zum Beispiel immer noch nicht vorstellen, selbstständig zu sein und allein für eine Familie verantwortlich zu sein. Ich habe mein Standbein und mein Spielbein. Dass mein Spielbein mittlerweile auch profitabel ist, das ist meine Leistung. Vielleicht werden dann zwei Standbeine daraus.

Wie hast du deine Kunden erreicht? Über welche Kanäle?

Ich habe schon 2011 angefangen zu bloggen, um mit meinen Kunden in Verbindung zu bleiben und neue Informationen zu geben. Die ersten Kunden waren Freunde, Familie, Bekannte, Vereine.  Dann bin ich verstärkt übers Internet gegangen. Facebook habe ich über meine Tochter kennengelernt und gemerkt, dass man das auch fürs Geschäft benutzen kann. Also eine weitere bunte Blume auf der Wiese.

Ganz entscheidend ist, dass die Leute, die zu mir kommen, wirklich von mir lernen wollen. Die Inhalte, die ich bringe, findet man auch woanders, aber sie wollen wissen, wie ich es darstelle.

Ich glaube, das ist wirklich ein ganz entscheidender Punkt. Die Leute kommen immer zu dir als Person und nie zu einem Programm oder zu einer Methode.

Auch in meiner Healing-Zeit sind die Leute gekommen, weil ich ihnen bodenständig genug war.

Als ich meine ersten Pläne hatte, etwas zu Zeitmanagement anzubieten, habe ich auch gedacht, davon gibt es doch schon zu viel und auch so tolle Leute, die das unterrichten.

Was finden die Leute bei dir? Was ist da anders?

Ich glaube, dass die Leute sehr schnell spüren, dass ich das auch lebe, was sie bei mir finden. Ich bin selbst davon überzeugt. Ich bringe keine Buchzusammenfassungen oder beschreibe Methoden, von denen andere sagen, sie wären toll. Und ich glaube, es spielt durchaus auch eine Rolle, dass die Leute wissen, ich bin halbtags woanders angestellt und kann trotzdem diesen Output für sie bringen. Das heißt, ich muss gut organisiert sein. Ich muss irgendetwas anders machen. Vielleicht kann ich den Leuten dann auch etwas davon beibringen.

Manche mögen auch meine wienerische Stimme. Und die Tatsache, dass ich sehr pragmatisch bin.

Und dass ich etwas zur Entschleunigung beitrage, indem ich zum Beispiel Ratschläge gebe wie „die Hälfte der Pläne für den heutigen Tag ersatzlos zu streichen“.

Ich denke, deine große Klarheit spielt auch eine große Rolle. Zumindest nehme ich das selbst so wahr.

Das habe ich so oft gesagt bekommen und konnte nichts damit anfangen. Inzwischen schreibe ich es mir auf die Fahne. Ja, mein Angebot ist klar und kein Wischiwaschi. Es gibt ein Problem X und hier hast du die Lösungsmöglichkeiten A, B oder C.

Welchen Rat würdest du Menschen geben, die jetzt erste Schritte in eine berufliche Veränderung machen wollen?

Unbedingt nebenbei anfangen. Ich würde fast sagen, gar nicht lange über Nischen oder Positionierung nachdenken, sondern einfach irgendetwas anfangen.

Wenn ich weiß, was mir Spaß machen würde, würde ich damit in die Öffentlichkeit gehen, indem ich z.B. einen Blog dazu aufsetzen und anfangen würde über dieses Thema zu schreiben oder zu fotografieren. Um zu sehen, macht es mir Spaß, etwas darüber zu vermitteln, was ich mache.

Wenn ich ein Buch schreiben will, muss ich erst ausprobieren, ob es mir überhaupt Spaß macht, Geschichten zu erzählen.

Wenn meine Leidenschaft das Stricken ist, kann ich darüber schreiben, damit ich raus finde, ob es mir Freude macht, es auch öffentlich zu machen und nicht nur für mich selbst.

Du hast schon Recht, wenn man etwas gerne macht, muss man schauen, ob man es auch gern nach außen trägt in die Öffentlichkeit und andere damit begeistern kann.

Ja, du brauchst einfach Feedback von anderen. Und auch wenn es niemand interessant findet oder die Leute eher etwas Negatives sagen, dann bleibt es halt ein Hobby. Das ist für mich ein Entscheidungskriterium, ob ich das jetzt wirklich will.

Warum machst du, was du machst? Was bringt dich morgens dazu, aufzustehen und alles anzupacken?

Es gibt sieben Tage ein anderes „Warum“. Weil ich mich auf eine Aktion freue oder weil gestern jemand eine nette E-Mail geschrieben hat, dass ich ihm weitergeholfen habe oder dass ich vorhabe, etwas Neues zu machen, was mich interessiert. Es sind ganz viele „Warum‘s“.

Mein Mann sagt „Du bist ein Menschensammler“. Ich finde Menschen so spannend. Und ich arbeite auch einfach gern.

Eine Familie ist übrigens eines der wichtigsten Selbstmanagement-Tools, das ich kenne. Eine Familie oder ein Partner erfordert gemeinsame Zeit, und Zeit kann man am besten managen, in dem sie beschränkt ist, weil Anderes noch wichtiger ist.

https://abenteuerhomeoffice.at

Das Gespräch mit Claudia Kauscheder fand statt bei der Recherche für mein aktuelles Buch

Projekt Sehnsucht - Coverbild

In diesem Buch und in meinem Blog findest du auch weitere Menschen mit ihren Herzensprojekten.

Kategorien: Herzensprojekte | Schlagworte: Heilung, persönliche Entwicklung

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