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Impulse für ein erfülltes Leben - Herzensprojekte (9)

12.04.2019

AnitaM

Ein Gespräch mit der Publizistin Anita Maas aus Saarbrücken:

Du bist Herausgeberin der Zeitschrift „MaaS-Magazin – Impulse für ein erfülltes Leben“. Wie würdest du diese Zeitschrift beschreiben?

MaaS soll wie ein Leuchtturm wirken für mich und andere, die sich im Nebel verlaufen haben und Orientierung suchen. Jedes Magazin hat ein ganz eigenes Schwerpunktthema und soll damit ein weiteres Licht auf unserem Weg sein. So kommen wir alle gemeinsam Schritt für Schritt voran und finden Klarheit und Zufriedenheit. Das ist meine Vision mit dieser Zeitschrift.

Ich suche Menschen gezielt aus als Interviewpartner oder als AutorInnen, die sich sehr authentisch zu den einzelnen Themen äußern können. Auf diese Art sammle ich Lichter ein, die ich in den Magazinen ganz hell leuchten lasse.

Ich mache diese Zeitschrift natürlich für andere, aber die Themen haben immer auch zutiefst etwas mit mir zu tun, mit meiner inneren Arbeit. Und ich glaube, das spüren die Leser auch. Hier steckt ein sehr konkreter Mensch dahinter und nicht ein beliebiger Journalistenstab, der gezielt vorgegebene Themen recherchiert.

Was mich antreibt, ist der Wunsch zu verstehen, wie die Welt zusammenhängt. Ich will bestimmten Sachen auf den Grund zu gehen und sie von verschiedenen Seiten anschauen. So wie man um eine schöne Plastik herumgeht und immer wieder neue Seiten und Aspekte daran entdeckt. Auf einmal hast du eine Erkenntnis und verstehst auf einer tieferen Ebene, was da dargestellt ist. Ich wünsche mir, dass es den Lesern mit dem Magazin auch so geht. Dass sich ein Bild zusammensetzt und man plötzlich etwas erkennt.

Das Magazin macht mir ganz viel Freude, aber es gibt noch eine andere Seite in mir. Das ist die grüne Apothekerin, die die Verbindung zwischen Menschen und Natur herstellen will. Denn ich sehe, wie sehr Menschen darunter leiden, dass sie sich nicht mehr mit der Natur verbunden fühlen. Wir vernichten die Natur und leiden gleichzeitig selbst darunter, dass wir das tun. Denn indem man die Natur bekämpft, bekämpft man eigentlich sich selbst.

Du gibst diese Zeitschrift allein heraus und hast auch kein Mitarbeiterteam?

Ich mache so gut wie alles allein. Alle Vierteljahre kommt ein neues Magazin heraus. Die redaktionelle Arbeit fällt mir sehr leicht. Ich habe viele Ideen und viel Lust darauf. Aber ich bin natürlich auch ständig in meinem Kopf damit beschäftigt. Ich koordiniere Menschen, die Gastartikel schreiben, verschicke regelmäßig einen Newsletter, kümmere mich um die Social Media Präsenz, den Postversand, Anzeigenkunden, den finanziellen Hintergrund – eben alles, was dazu gehört.

Langfristig möchte ich allerdings gerne die Verwaltungsarbeit abgeben und mich voll auf die redaktionelle Arbeit konzentrieren können. Aber dafür brauche ich noch eine ganze Menge mehr Abonnenten.

Ursprünglich warst du Apothekerin?

Ich bin immer noch Apothekerin, denn eine Apothekerin stellt Heilmittel her und gibt sie an Menschen ab –  und das mache ich immer noch. Jetzt sind es bloß keine medizinischen Produkte mehr, sondern Texte und Hefte. Es geht ja immer um Körper und Seele – das kann man nicht trennen. In der Apotheke war ich fehl am Platze, denn dort konnte ich v.a. lediglich Symptome bekämpfen.

Ich habe Pharmazie studiert und hab aber nur kurz in einer Apotheke gearbeitet. Mit anderen zusammen habe ich einen pharmazeutischen Fachverlag aufgebaut und 15 Jahre lang gestaltet und geleitet. Dann bin ich da ausgestiegen und wollte mich mehr auf Heilpflanzen konzentrieren und dazu ein Buch schreiben. Aber beim Schreiben kamen mir so viele andere Ideen, dass schnell die Idee im Raum stand, daraus ein Magazin zu machen.

Du hast erst vor zwei Jahren mit deiner Zeitschrift gestartet. Eine Print-Zeitschrift ist ja auch erst mal mit viel Geld verbunden. Wie hast du das geschafft? Gab es eine Starthilfe?

Als ich aus dem Fachverlag ausgestiegen bin, wurde ich dort ausgezahlt, so dass ich dadurch etwas Puffer hatte. Ansonsten habe ich weder einen Businessplan entwickelt noch mit Fachleuten geredet, sondern einfach losgelegt.

Vielleicht gehört eine gewisse Naivität zu dieser Art Projekte auch dazu?

Ja, es war vielleicht etwas naiv, aber ich dachte einfach, es wird schon gehen. Natürlich habe ich ausgerechnet, wie viele Hefte ich verkaufen müsste, um es zu schaffen. Aber am Anfang hat man ja gar keine Vorstellung, ob es überhaupt realistisch ist, so viele zu verkaufen.

Ich hab mich vorsichtig vorgetastet und nach und nach meine Erfahrungen gemacht. Wenn man alles am Anfang weiß, traut man sich vielleicht gar nicht erst rein.

Es haben schon Leute dagegen gesprochen und darauf hingewiesen, dass es nicht die richtige Zeit ist, ein weiteres Print-Magazin auf den Markt zu bringen. Aber wenn der Traum leuchtend genug ist, kann man etwas wagen, wovon es eigentlich schon genug gibt.

Mit wem hast du darüber gesprochen und wie hat man reagiert?

Ich habe natürlich mit meinem damaligen Mann darüber gesprochen, der schon viele Ideen von mir gehört hatte. Aber diese Idee hat ihm gleich gefallen. Und dann habe ich auf einer Veranstaltung eine Frau kennengelernt, die so etwas tatsächlich auf die Beine gestellt hatte und das hat mir Mut gemacht, es auch selbst zu wagen.

Für das erste Heft habe ich das Thema „Berufung“ gewählt und damit war ich ja persönlich auch gerade sehr beschäftigt – wie finde ich wirklich zu dem, was meinem Innersten entspricht. Und ich dachte gleich, das wird auch ganz viele andere interessieren.

Ich habe auch mit einer guten Freundin gesprochen, die mir ein solches Projekt sofort zugetraut hat, und sie hat dann auch bei der Gestaltung mitgearbeitet.

Es kamen natürlich auch andere kritische Stimmen gerade aus dem persönlichen Umfeld – mit Sprüchen wie „wer hat denn heute noch Zeit zu lesen?“. Ich hab heute gelernt, dass es besser ist, nicht überall darüber zu reden. Man sollte sich nicht mit zu vielen Kritikern umgeben, die ziehen einen zu stark herunter. Die Zweifler sind ja Menschen, die es sich selbst nicht zutrauen und es deshalb auch bei anderen schlecht machen müssen.

Allerdings kommen diese kritischen Stimmen natürlich vermehrt, wenn man selber gerade etwas verunsichert ist, dann zieht man sie stärker an.

Die eigene innere Arbeit ist dann sehr wichtig – dafür zu sorgen, dass man in eine bessere Energie kommt und das Positive wieder sieht.

Aber insgesamt habe ich mich erstaunlich wenig verunsichern lassen. Ich bin so begeistert von dem, was ich tue, dass ich kritische Stimmen kaum an mich heranlasse.

Mein allererstes Interview war mit Patrick Kammerer, der als Sänger unter dem Namen SEOM bekannt ist. Wir haben immer noch Kontakt und wachsen irgendwie miteinander. Es ist ein sehr vertrautes Verhältnis geworden. Und was er damals gesagt hat, hat mich sehr fasziniert: „Umgib dich mit den richtigen Leuten.“

Mit welchen Leuten umgibst du dich denn heute?

Menschen, die auf ihre Herzen hören. Inzwischen spüre ich das sehr schnell, ob Menschen nur ihren Job machen oder wirklich auf ihre Herzen hören.

Wenn ich umgeben bin von Menschen die brennen, werde ich auch davon genährt. Es ist fast egal, für welches Thema sie brennen, aber ich gehe dann gestärkt aus diesen Gesprächen und Begegnungen.

Das Tolle ist ja, dass man genau solche Menschen kennenlernt, wenn man selbst auf einem guten Weg ist. Ich darf mit so spannenden Menschen reden.

Hattest du Bedenken oder Ängste am Anfang oder bist du einfach gestartet?

Doch, doch, natürlich gab es Ängste. Der Preis waren oft schlaflose Nächte. Man gibt nicht einmal so lockerleicht der Druckerei den Auftrag, 10.000 Exemplare zu drucken, von denen man nicht weiß, ob man ein einziges wird verkaufen können. Das ist schon ein besonderer Moment.

Würdest du dir heute irgendetwas anders wünschen?

Ein Sparringspartner wäre mir ganz recht. Das alles mit jemandem gemeinsam entwickeln zu können. Es macht zu zweit eigentlich mehr Spaß.  Und auch bei Schwierigkeiten oder Rückschlägen kommt man zu zweit leichter raus und erkennt besser, woran es jetzt gelegen hat.

Es wäre natürlich auch verlockend, es anders anzupacken, mit richtigen Beratern, die unternehmerisch anders denken und strategisch vielleicht sinnvoller vorgehen würden.

Intensivere Coachings wären auch gut. Nicht nur unternehmerisch, sondern auch auf der persönlichen Entwicklungsebene, denn man kommt schnell an Grenzen und wird mit den eigenen Ängsten konfrontiert.

Du gibst viel Energie hinein in dein Projekt. Was bekommst du zurück?

Ich bekomme viele Impulse für meine persönliche Entwicklung und reife sehr an dieser Arbeit. Ich komme mit Menschen zusammen, von denen ich viel lernen kann.

Und dann gibt es natürlich immer wieder tolle Rückmeldungen von begeisterten Lesern, die mir schreiben, wie sehr die Artikel ihnen weitergeholfen oder sie inspiriert haben.

https://www.maas-mag.de/

 

Dieses Gespräch mit Anita Maas fand statt bei der Recherche für mein aktuelles Buch „Projekt Sehnsucht. Ein Mutmachbuch für alle, die von der Selbstständigkeit träumen“. In diesem Buch und in meinem Blog kommen weitere Herzensprojekte zu Wort.

 

Projekt Sehnsucht - Coverbild

 

www.vera-bartholomay.com

 

Kategorien: Berufliche Herzensprojekte | Schlagworte: Inspirationen, Natur, persönliche Entwicklung, Spiritualität

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